13 Okt 09 Google Wave – Wofür brauch ich das eigentlich?

Viele wollen es nutzen, manche können es schon nutzen, aber warum nutzen sie es und wofür konnte es benutzt werden? Dieser Frage möchte ich auf den Grund gehen.

Ich möchte in diesem Artikel einige Möglichkeiten aufführen, wie Google Wave sinnvoll im Alltag genutzt werden könnte und würde mich in Kommentaren über eure Ideen und Vorstellungen zu Google Wave freuen!

Google Wave bei der Arbeit

Bei jedem Arbeitsplatz am Computer könnte Wave zur Kommunikation genutzt werden und die E-Mail vielleicht sogar in einigen Firmen komplett ersetzen. In Echtzeit alle aufkommenden Fragen klären – auch mit Teilnehmern aus mehreren Abteilungen oder mit den Kollegen im Ausland bei einer Zweigstelle. Komplette Projekte können über Wave geplant werden, dank eingeschobenem Kommentar auch direkt im Text – so kann bei mehreren Fragen eine Wave benutzt werden und jede Frage einzeln abgesprochen werden. Dank Open Source kann auch ein eigener Server aufgesetzt werden und mit Passwort versehen werden oder komplett im Intranet agieren, so dass externer Zugriff noch schwieriger wird.

Abgesehen davon sind die Funktionen in Wave natürlich viel umfassender, als die einer E-Mail. Über Gadgets und Robots könnte der geschriebene Text direkt von einem Übersetzungs-Robot in die gewünschte Sprache übersetzt werden, damit auch der Kollege in Timbuktu mitwaven kann.

Und damit natürlich noch nicht genug: Natürlich können auch externe Partner in eine Wave eingeladen werden und so Kundenprojekte direkt und unkompliziert besprochen werden. Ich würde mich nicht wundern, wenn in Zukunft Monitoring-Gadgets in Echtzeit einen Teil des Monitors übertragen und so Designabsprachen direkt bei Bearbeitung geführt werden können. Oder wie wäre es mit Video-Telefonie: Über das Bluetooth-Headset wird gesprochen und über die Webcam das Bild übertragen.

Und das ist wohl noch ein kleiner Teil von Möglichkeiten, die in Zukunft aufkommen könnten und ich hoffe auch werden.

Online Spiele in Google Wave

Vielleicht bei den ersten Überlegungen nicht wichtig erscheinend könnten über Google Wave ganze virale Kampagnen in ein Online Spiel auf Wave verpackt sein. Kettenmail ist dabei wohl das schlechteste Beispiel, aber zeigt auch, welche Wirkung Mails haben und welche Wirkung dann Wave bekommen könnte!

Weniger aufwändige Spiele könnten dabei schnell realisiert werden und sind auch bereits einige wenige erschienen. Sodoku und Schach sind dabei wohl die derzeit umfangreichsten Gadgets, werden es aber garantiert nicht bleiben. Browserspiele und Social Games (zum Beispiel Facebook Spiele) könnten ebenfalls in eine Wave integriert werden, hier aber zugleich eine völlig neue Dimension bekommen: Bisher wurden Browserspiele nicht parallel auf mehreren Monitoren bei verschiedenen Menschen angezeigt. Hier werden endlich einfachere Konsolenspiele direkt im Browser möglich, mir fallen da spontan Spiele wie Bomberman oder auch Super Mario Bros. im Koop-Modus wie “New Super Mario Bros.” für die Wii – hier natürlich wohl vorerst mit der traditionellen 2D-Grafik.

Und zum Thema Social Games zeigt uns Facebook bereits eindrucksvoll, was für Möglichkeiten dort aufkommen und welche Masse von Menschen sie ansprechen: Millionen von Menschen weltweit spielen Mafia Wars oder Farmville, füllen Quizzes aus um zu erfahren wie gut sie ein Produkt (zum Beispiel eine Fernseh-Serie) kennen oder öffnen täglich ihre Glücksnuß um einen zufällig gewählten Spruch zu erhalten.

Auch in diesem Bereich kann und wird noch einiges geschehen – vielleicht zum Leid einiger Wave-Kontakte, die dann wie bei Facebook daran teilhaben, ohne es zu wollen.

Google Wave im Alltag

Ob Wave den Mainstream erreicht und falls ja in welchem Zeitraum, mag ich derzeit noch nicht schätzen, aber bei den Nutzern, die bereits im Web 2.0 aktiv sind, zum Beispiel bei Twitter wird sich Wave wohl sehr schnell verbreiten. Gemeinsame Interessen und Hobby können darüber auf einer neuen Ebene diskutiert werden: Schneller als Twitter, Foren oder Social Networks, umfangreicher als per Mail und Instant-Messenger kann sich hier über alles ausgetauscht werden, was einem wichtig ist. Das Fussball Bundesliga, das aktuelle Wordpress-Update oder die Bundestagswahl 2009: Mund-zu-Mund Propaganda auf einem neuen Level.

Und auch diejenigen, die im Internet selbst eigentlich weniger aktiv sind, können mit Google Wave ihren Alltag erheblich leichter machen: Party-Planung für das Wochenende, Sommer-Urlaub mit Freunden oder Klatsch-und-Tratsch am Mittag. Natürlich ist dies auch per E-Mail, Instant-Messenger oder sozialem Netzwerk möglich, aber auch hier noch einmal: Die E-Mail bietet weitaus weniger Funktionen, der Instant-Messenger wird besonders bei mehreren Teilnehmern sehr unübersichtlich und soziale Netzwerke sind meist öffentlich. Abgesehen davon können Google Maps Ausschnitte geteilt werden, um den Ort der Party den Gästen zu zeigen, Umfragen per Gadget realisiert werden können und Multimedia-Inhalte per Drag und Drop so einfach wie noch nie in den Kommentar eingefügt werden – ohne 30 minütige Ladezeit bei einem 5mb Anhang einer E-Mail ;-)

Google Wave für Webseiten-Betreiber?

Vielleicht doch etwas weiter ausgeholt, aber ich halte es durchaus für möglich, dass neue Artikel, News oder Blogeinträge direkt bei Wave veröffentlicht werden und über Gadgets die Wave an das Design angepasst wird und mitunter sogar Werbung eingebunden werden kann. Der Vorteil dabei ist die Einbindung des Produkts in den Alltag eines Wave-Benutzers. Wie bereits bei sozialen Netzwerken geschehen, bei denen zu beginn vermutlich nur die Kommunkation untereinander das Hauptziel war, wird man in Zukunft wohl auch in Wave nicht von Werbung verschont bleiben – dafür aber aktuelle Informationen direkt in seinem Postfach haben.

Genau hier muss allerdings noch die Spam-Gefahr eingedämmt werden: Bisher ist es möglich per Klick jeden Kontakt in seiner Liste einer Wave hinzuzufügen, ohne Bestätigung des Nutzers. So können in Public Waves massig Kontakte gesammelt und Spam-Nachrichten verschickt werden, was derzeit noch weitaus leichter ist, als bei E-Mails. Sobald diese Lücke allerdings geschlossen wurde, kann die Kommunikation zwischen User und Firma beginnen.

Über Gadgets kann bereits Twitter integriert werden, es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis Webseiten wie Xing auch ein eigenes Gadget anbieten, um Kontaktnachrichten direkt in Wave gesendet zu werden.

Google Wave auf der eigenen Webseite

Wie bereits im ersten Artikel erwähnt, bietet Google Wave eine offene Schnittstelle.  Das heißt, dass zum Beispiel eine Wave in die eigene Webseite integriert werden kann. Im Falle eines Blogs wie hier könnten die Kommentare über Wave realisiert werden und direkt in seiner Inbox über neue Kommentare informiert werden. So wird es einerseits für den Nutzer einfacher, eine längere Diskussion über einen Blogeintrag immer im Blick zu haben und andererseits profitiert auch der Blogbetreiber, da die Beteiligung der Nutzer zunimmt und viel eher eine eigene Community und Stammleserschaft zu Stande kommt.

Natürlich wird es auch möglich sein, sich wie bei Facebook Connect hier über seinen Google Wave Account einzuloggen und vermutlich in Zukunft auch zeitgleich eine Art Feed in Wave zu abonnieren, über den man immer über neue Artikel informiert werden.

An einigen Stellen im Internet wird bereits über ein komplettes Forenscript gesprochen, welches über Wave realisiert werden könnte. Ob es jedoch wirklich sinnvoll ist, eine offene Plattform mit teilweise tausenden von Usern in Echtzeit abspielen zu lassen, ist dabei noch fraglich.

Und das ist wohl alles erst der Anfang!

Sollte sich Wave so in den Alltag vieler Menschen integrieren können, wie ich persönlich dies bereits jetzt in der Preview-Version für möglich halte, dann hat Google von meiner Sicht aus mal wieder “The next big thing” geschaffen.

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Kommentare

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    WAVE zur Kommunikation -zum Planen – etc.
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    @pant3r Da fehlt ja auch noch einiges! Aber es könnte sehr nützlich werden! Siehe: http://bit.ly/43CPcq

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